Wandern ist des Muellers Lust

Die Nacht war angenehm, nur ein Motorradfahrer kurz vor Mitternacht auf dem Treidelpfad(*1). Der dann natuerlich direkt neben dem Boot noch das Gas aufreissen musste. Von jenseits der 30 (*2) hat man die Ruhe das zu sehen und nicht gleich gegenhalten zu muessen. Schade ist es trotzdem, das die Energie so negativ ausgelebt wird. Als der (groesstenteils) Beagle zum Wecken kam wars vergessen. Heute wollte ich sicher zuegig losfahren – was sich dann natuerlich auch umgehend raechen sollte.

Der grosse Nachteil ist wenn man ablegt und nicht daran denkt die Haken mitzunehmen. Das faellt dann natuerlich auch erst beim nachsten Anlegen auf. In unserem Fall beim Fruestueck, gut 2 1/2 Stunden spaeter.

Also zurueckgehen. War ja nicht so weit. Vieleicht eine Meile oder so. Um 11.30 losspaziert und nadem gestrigen Liegepunkt gesucht. Un 12.45 war ich dann an der elektrischen Zugbruecke von Gestern, etwas ueber 4 Meilen (~7km) weg und definitiv zu weit. Also umgedreht und ja, ungefaer einen Kilometer zurueck war dann die gestrige Anlegestelle. Ein Haken war praktisch sofort gefunden, der andere auch nach gut 10 Minuten suche nicht 🙁 Und jetzt der Rueckweg. Was ich in gut 1 1/4 Stunden hinzu geschaft habe beschaeftigte mich rueckwaerts zu mehr als das Doppelte … die Fuesse wurden schwach, und auch der Hund nutzte jede Chance sich hinzulegen. Irgendwann waren wir dann aber doch da.

Der Nachmittag war dann, oh Wunder, von zusaetzlichem Ausruhen gekennzeichnet, so dass es erst gegen 19 Uhr weiter ging. Der eigentlich Plan war ja eigentlich schon gestern Makulatur, der Besuch (und das Mittagessen) auf der Churnet Valley Railroad haette ja heute Mittag sein sollen … ungefaer zu der Zeit, als ich mir die Fuesse plattgetreten habe. 5 Schleusen, 2 Zugbruecken und wenig Strecke spaeter haben wir dann aber um kurz nach 10 doch Schluss gemacht. Direkt neben Endon Wharf, dem frueheren Umladehafen zwischen Kanal und Eisenbahn. Auch so ein netter Dreh der Geschichte. Die Eisenbahn wurde zwar gebaut um dem Kanal das Geschaeft des Steintransports abzunehmen, und das gelang auch auf den ersten Kilometern, aber nach Stoke hinein uebernahmen dann doch wieder die Schiffe, da die Fabriken und Steinmuehlen nunmal direkt am Kanal lagen. Neue Technik alleine sichert nicht den Erfolg. Mit dem Niedergang der Kalkbrennerei in den 30ern und dem endgueltigen Siegeszug der Lastwagen war es aber dann doch um den Kanal geschehen.

Wobei, gerade der Caldon Kanal hier auf einem kurzen Stueck ein Gegenbeispiel lieferte. Noch in den 60ern legte sich ein Keramikhersteller drei neue Kanalschiffe zu um die Produktion von einem Werk, ueber ca. 5 km, zur Verpackung an einen anderen (neuen) Standort zu transportieren. Beide Werke lagen direkt am Kanal was die Verladung sehr vereinfachte. Auf der kurzen Strecke war die Geschwindigkeit praktisch gleich, jedoch ersetzte eine Schiffstour drei LKW-Fahrten, was sich direkt in reduzierten Personalkosten niederschlug. Und obendrein war die Bruchrate auf dem Kanal angeblich deutlich geringer. Es macht sinn immer alle Optionen zu pruefen. Scheinbar veraltete Technik kann in darauf passenden Situationen ueberraschend oft besser sein als die moderne Loesung(*5), wie sie alle von den Daechern pfeifen.

Bilanz Tag 3: 5 Schleusen, 2 Zugbruecken und ein paar wenige Meilen.

*1 – Zumindest hier in der Gegend ist der Treidelpfad ueberall mit Sperren versehen, damit weder Motorraeder, noch Quads oder aehnliches reinkommen. Wie ueblich haelt das trotzdem nicht alle ab.
*2 – So eine feste Zeitangabe ist praktisch – nicht nur fuer Frauen :))
*3 – Das naechste Mal kommt eine kleine Schaufel oder sowas ins Gepaeck.
*4 – So wie es scheint wird das immer mehr, da diese Art der Befestigung scheinbar fuer alle Renovierungen genutzt wird.
*5 – Modern kommt nunmal von Mode und immer nur der Mode hinterher rennen ist vieleicht schoen, aber eben nicht auch immer sinnvoll.

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