Festgemauert in der Erden …

… aeh geschnuert an Kanal, oder so.

Irgendwie hats eh schon müde angefangen, und da der Flug der Kinder bereits um 13.15 Uhr angesetzt ist bleibt nimmer viel Zeit. Also lassma den zweiten (Woodley) Tunnel und investieren das lieber in ein ausgedehntes englisches Frühstück. Ich bekomme Schinken und ’shrooms‘ (*1) in die Rühreier und die Kinder Spiegeleier mit jeder Menge Baked Beans. Anschließend gehts per Eisenbahn (*2) zum Flughafen. Der Hund ist irgendwie nicht der Meinung hier bleiben zu wollen. Muss aber.

Er ist ja eigentlich ein sehr Stiller, aber jetzt kommt da schon ein hundserbaermliches Fiepen beim Warten. Von dem vorwurfsvollen Hundeblick garnicht zu reden.  Ich nutz die folgende Zeit um  gemütlich den Tag zu beginnen, den vorderen Puffer zu reparieren (*3), und endlich mal mit den Blogeinträgen etwas aufzuholen. Und kämpfe mit mir ob ich den Hund nun endlich mal wieder Baden soll – nötig hätt ers, der kleine Stinker.

Das mit dem Puffer reparieren hat mal erste Priorität. Ein Drahtkleiderbuegel muss für das Provisorium dran glauben :)) Die Reparatur klappt, der Hund nutzt aber die Gelegenheit zum Ausbüchsen. Wo die Kinder abgebogen sind hat er sich scheinbar gut gemerkt, dann verliert sich die Spur, und nach 5 Minuten hab ich ihn auch wieder :))

Um 12.54 kommt dann eine SMS von Kiara, dass die Kontrolle am Flughafen das ‚Geschenk‘ (*4) für die Mama nicht im Handgepäck durchlassen wollten. Mist. Schätze mal die Engländer wissen wohl besser, wie gefährlich so eine Büchse All-In-One Breakfast für den Luftverkehr ist.

Tja, und dann hab ich mich doch noch durchgerungen den Hund zu baden. Schlechte Idee. Es began mit seiner Abneigung gegen enge Räume. Ich habs nicht geschaft ihn soweit reinzulocken, dass die Tür zu ging, also raus, Max aufheben, reintragen, absetzen und dann schnell Türe zu. Das brachte mir natürlich sofort einen extrem anklagend-leidenden Blick ein. Macht nix, der Hund wird gewässert. Gerade als er gut durchnässt ist fängt das Wasser an etwas zu sprozeln. Öh, hoffentlich nicht aus! Was nu, Hund einseifen, oder mit nass-stinkendem Hund leben? Vorwärtsverteidigung: Hund einseifen. Aber nur am Körper, nicht wie sonst auch intensiv an Hals und Beinen. Was soll ich sagen, so die letzten Tropfen Wasser haben tatsächlich gereicht, dass die Seife auch wieder rausgeht. Treffer, Versenkt.

Frage nur, wie ich das Christine sanft beibringe. War dann nicht so schlimm. Also, hingesetzt und neuer Plan gemacht. Entscheidung: wir fahren bis zum Portland Basin, wo der Peak Forest Kanal auf den Ashton Kanal trifft. Also eigentlich der Dunkinfield (*5) Junction. Da gibts eine Marina mit Services. Auch falls wir dort fürs Wasser zahlen müssen, immer noch besser als die 16 Schleusen wieder hoch nach Marple. Vorher noch schnell zum Aldi und vorsichtshalber mal 4×2 Liter stilles Wasser als Reserve gekaufe. So für den Fall, wenn das Auftanken nicht klappt. Gefolgt von einem Besuch im daneben liegenden Duke of York. In dem bischen Sonnenschein das aufkam gabs eine Pint für jeden. Auch weil man in deren WLAN noch einen Blogeintrag hochladen könnte. Na ja, das Bier war überraschend geschmackvoll, dafür war die Netzverbindung unter aller Sau. Wie es scheint ist Max ein durchaus beliebter Hundename in England, da wir im Biergarten des Pub einen ebensolchen treffen.

Um 17 Uhr 10 kommen wir dann endlich los. Ich versuch auch richtig schnell zu fahren, aber irgendwie wird das nicht merklich mehr als die übliche Fußgängergeschwindigkeit. Nach knapp 3 Stunden, um 20 Uhr ist die Portland Basin Marina erreicht – und natürlich ist alles zu. Da von allen Seiten vor den Halbstarken am Ashton Kanal gewarnt wird, sah dieser Teil des Plans eigentlich vor nach dem Wasserfassen umzukehren und so 1-2 Kilometer zurück, in einem Naturschutzgebiet, zu übernachten. Das wird jetzt schwierig. Also, wenn wir noch Wasser wollen. Die nächste CRT Wasserstation ist an der Fairfield Junction, so rund 2,5 Meilen entlang des Ashton Kanals. Christine fragt nochmal nach ob wir denn da auch umkehren könnten und bis ins Naturschutzgebiet zurückfahren. Klar, nur glaub ich irgendwie nicht daran, dass das zeitlich auch klappt.

So nach einer halben Stunde fahrt fängt dann auch noch der Drehzahlmesser zu spinnen an. Ich werd den doch nicht überdreht haben 🙂

21 Uhr 10 sind wir dann am Hydranten der Fairfield Junction. Wasserauffüllen in der beginnenden Nacht bis 21:45 und um 22 Uhr war dann das Boot auch fuer die Nacht verzurrt.  Weil, nach Zurückfahren stand auch Christine nicht merh der Sinn. Junction heißt der Ort, weil hier früher mal der Hollinwood Seitenkanal ab ging. Da sind aber nur noch 50 Meter von vorhanden sind (*6). Hinter der Sperre (*7) wurde jedoch eine neue Marina angelegt. Die kostet eigentlich Kohle und ist auch Randvoll, aber davor sind glatt noch zwei alte Ringe, wie gemacht für uns. Fetisch. Reingegangen, Radio an, nächster Sender war BBC Radio 2 und es läuft Swing. In der Umgebung fühlt sich das an wie in einem Weltkriegsfilm beim Feindsender hören. Passt. Dazu gibts dann die übriggebliebenen Fish&Chips von Vorgestern.

Bilanz Tag 10: Ortsfest wie ein Schwammerl das gepflückt wird. 7,5 Meilen

*1 – Nee, leider nur die gewöhnliche Sorte: Champignons vom Aldi.
*2 – Wie zu erwarten war wird das zeitlich nix und ein indisch-englischer Taxifahrer freut sich über den Stich.
*3 – Der Puffer hat bei einer der Schleusen den Geist aufgegeben. Ein Schekel ist gebrochen.
*4 – Ja, genau, so eine alles-in-einem-Frühstücksdose.
*5 – Der zugehörige Landadel hieß noch im 19. Jahrhundert Duckenfeld 🙂
*6 – Eigentlich sind auch noch so 200m inklusive einem Tunnel unter der Hauptstraße vorhanden, aber die werden sicher nicht mehr wieder belebt 🙁
*7 – An jeder Kanalkreuzung, vor und hinter den Aquädukten, den meisten Brücken und auch immer mal so, sind Engstellen, an denen der Kanal mit bereitstehenden Planken abgesperrt werden kann. Abgesperren und trockenlegen ohne dass der ganze Kanal leerläuft wird so ganz einfach, wenn z.B. an einem Abschnitt gearbeitet werden muss. Genauso bei Unfällen oder Kanalbrüchen.

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