Und wieder ein (selbstverursachtes) Problem

Der Tag fing eigentlich richtig gut an. Wir sind um 9 Uhr losgekommen und widmeten uns gleich den 3 Booth Lane Locks. Kein Thema. Eigentlich. Außer, dass das Boot beim Zweiten etwas zu weit hinten in der Schleuse war beim Wasser ablassen. Und ja, genau das, wovor in jeder Anleitung, jedem Handbuch und an vielen Schleusen gewarnt wird ist passiert: wir sind auf dem Cill aufgesessen ist. Nur dank schnellem Schließen der Auslässe bei gleichzeitigem Öffnen der Einlässe konnte das Absaufen verhindert werden (*1).

Leider ist das Boot am Ruder aufgestanden, was selbiges aus dem Lager gedrueckt hat. Ein Stück zurück ins Lager ging es mit genug Kraft (und Fäustel), aber nicht ganz. Steuern ging so nur noch schwer, also haben wir 500m später, bei Brücke 164, angelegt und beim Verleiher angerufen. Was eine Schande. Dort wurde das kommentarlos aufgenommen und 40 Minuten später wurde dann Zurückgerufen, dass der Van jetzt abfährt. Ungefähre Ankunft in 45 Minuten. Haut gut hin, am Kanal haben wir ja bis dato etwas mehr als 40 km zurückgelegt. Als bin ich mit Hund und Klappstuhl  über die Brücke zur Straße gegangen, so dass wir leichter gefunden werden.

Um 12 waren sie dann auch da, und um 12:30 war das Ruder ausgebaut, geradegebogen und wieder eingebaut. Extrem professionell und mit Spezialwerkzeug, passend zu genial einfachen Konstruktion 🙂 Scheint so als wär es Routine und wir nicht die einzigen Idioten.

Gegen 14 Uhr war dann das Kings Lock in Middlewich erreicht. Keine 50m danach muss das Boot in den dort abzweigenden Wardle Kanal mit dem direkt hinter der Kreuzung liegenden Wardle Lock eingefaedelt werden. Und der Anlegepunkt dort ist eher knapp (*2). Das ganze war eine dermassen umständliche Aktion, dass ich mir garnicht vorstellen will wie das hier im Sommer zugeht, ist doch Middlewich er der Knotenpunkte der Kanäle. Zwei der beliebtesten Routen kreuzen hier, dazu zwei große Vermieter direkt im Ort und zwei weitere zwischen Middlewich und Anderton. Das war jetzt, Ende Oktober bereits die geschäftigste Stelle der ganzen Reise (bisher). Ich würde mich nicht wundern, wenn man sich hier im Sommer den ganzen Tag durchstauen muss.

Bis viertel nach war ich aber durch. Christine ist wärend dessen schnell in die Kings Lock Chandlery gegangen um die aktuellen Ausgaben vom Canal Boat Magazin und der Waterways World zu holen. Was ist schon eine Bootsfahrt ohne Bilder von noch schöneren Booten und Beschreibungen von Strecken die man diesmal wieder nicht fahren kann? In der Novemberausgabe der Waterways World ist auch prompt ‚Don’t Sink your Boat‚ ein Titelthema. Hatten wir das nur mal Gestern schon gekauft.

Angelegt wurde um kurz vor Drei dann in Middlewich ungefär 50m hinter der Schleuse, so dass wir uns erstmal zu einem Laden mit dem lange erhofften Hundefutter aufmachen konnten. Was soll man sagen, als wir ankommen wird klar, dass die Mittwochs nur bis 13 Uhr offen haben. Ist schon fast klassisch. Da für die nächsten zwei Tage keine andere größere Stadt an der Route liegt wurde beschlossen einen ruhigen Nachmittag einzulegen und morgen Früh nochmal zum Laden zu gehen. Alles in der Hoffnung dass das Futter auch verfügbar ist und nicht etwa ausverkauft oder so.

Nach dem Essen wurde dann die dritte Sherlock-Folge eingelegt. Auch wundersam. Das letzte Mal haben wir in drei Wochen gerade mal zwei Filme angeschaut, und jetzt sind wir am vierten Abend schon beim dritten Film. Da rächt sich das ‚überlegte‘ Einpacken. Hätt ich einfach die ganze Schachtel mit allen drei Staffeln mitgenommen hätten wir genug zum schauen. Was solls, es gibt ja noch Fernsehen. Zu allem Unglück gabs dann auf BBC4 (*3) noch die Nachricht, dass Fats Domino gestorben ist. Gut, mit 89 war die Hebamme nicht mehr schuld. Schad ists trotzdem.

Bilanz Tag 5: 3,2 Meilen und 6 Schleusen


*1 – Nein, davon hats jetzt kein Bild, da war die Hektik jetzt etwas zu groß.
*2 – Das Bild zeigt den kompletten Kanal und die noch dazu gehörende Schleuse. Alles miteinander wiederum keine 50m lang. Die Aufnahme ist von vor der Brücke über dem Abzweig gemacht. Fast wär ich ins Wasser gefallen bei dem Versuch von so weit hinten wie möglich zu knipsen.
*3 – Jup, ich bin mitten in der Stadt, im Dunklen und in Unterhosen solang auf dem Vorschiff rumgetanzt bis der Empfang einigermassen war.

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