Dampfer im Nebel

Der Morgen beginnt ausgesprochen English. Ein Nebel den man fast schneiden kann bedeckt die Gegend … und auch unseren Liegeplatz auf dem Aquaedukt. Einige Boote sind augenscheinlich trotz des Nebels schon aufgebrochen.

Christine geht gegen 9 Uhr erstmal in die Stadt um nach den ersehnten Dosen zu schauen. Um 10 ist Sie zurueck. Natuerlich ohne.

Heute wollten wir bis Maket Dryton kommen, da es dort einen interessanten Pub in einer Brauerei geben soll. Nein, kein Micro-Hipster-Dingsda, sondern eine richtige Brauerei, die halt auch einen Pub im Gebaeude hat – samt Brauereibesichtigungen und so.

Abfahrt war gegen 10.30, aber der Nebel war so dick, dass es erstmal nur in Schleichfahrt weiter ging. Wenn man nicht mal richtig den Bug des eigenen Schiffes sieht, dann geht es auch bei einem geraden Kanal wie dem Shropshire Union nicht anders. Man stelle sich so eine Suppe mal auf einem eng gewundenen Kanal wie dem Caldon vor … oder lieber nicht.

Eine Stunde spaeter brach dann doch die Sonne durch, und aus der Hitchcock  artigen Szene wurde eine freundliche Wiesenlandschaft, die schnell klar machte, warum die Gegend in England einen aehnlichen Ruf hat wie das Algaeu bei uns: Gemuetliche Schwarzbunte wohin man auch schaut. Die Grundlage fuer Milch, Kaese und Schokki.

Ausser dem Hornvieh gab es viel Landschaft und wenig Menschen und noch weniger Siedlungen. Bei den Hack Green Locks gab es auf der Karte eine nette Haeufung  von Weilern bzw. einzelnen Haeusern auf der Karte, die irgendwie alle den gleichen Familiennamen in verschiedensten Variationen trugen – und ein Secret Nuclear Bunker Museum :))

Trotz des Nebels haben wir bis zur Mittagspause in Audlem in gut 3 Stunden 6 Meilen und 6 Schleusen geschafft. Der weitgehend schnurgerade Kanal mit all den Einschnitten und Aquaeducten ist einfach eine Rennstrecke. Warum sollten wir es also nicht bis zum Abend nach Market Dryton schaffen?

Was ich bei der Zeitplanung nicht so richtig berucksichtigt hatte war nicht nur das mittaegliche Suppenkoma, sondern auch dass es insgesamt 22 Schleusen bis dorthin sind. Und wir waren erst gerade durch die ersten 3 Schleusen der 11 Schleusen langen Treppe von Audlem. Da die Daemmerung bereits um 18 Uhr einsetzt (und wir erst um 16 Uhr weitergefehren sind), wurde keinen Kilometer hinter der letzten Schleuse beschlossen es gut sein zu lassen und das Boot fuer die Nacht zu vertaeuen. Bleiben die 5 Adderley Schleusen eben fuer Morgen.

Hier in der Pampa brauchts einfach mehr Planung um abends auch wo anzukommen 🙂

Bilanz Tag 7: 7,9 Meilen und 17 Schleusen

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